Die Casinoumsätze und die Spielbankenabgabe sind seit 2007 rückläufig. Die Schweizer Casinos verlieren Marktanteile an die Konkurrenz.

 

Der Bruttospielertrag (Umsatz) der Casinobranche geht seit 2007 jedes Jahr zurück. Dadurch reduziert sich auch die Spielbankenabgabe, die auf dem Bruttospielertrag erhoben wird. Der Bruttospielertrag 2012 ist auf den Stand des Jahres 2004 zurück gefallen, dem Jahr in dem erstmals alle Spielbanken in Betrieb waren. Dies obwohl 2012 zwei zusätzliche Spielbanken in Neuenburg und Zürich eröffnet wurden.

 

Jahresvergleich 2007 mit 2013:

Bruttospielertrag: minus 27% (in Mio. CHF von 1‘020 auf 746 gesunken: 274 Mio. weniger)

Spielbankenabgabe: minus 34% (In Mio. CHF von 539 auf 356 gesunken: 183 Mio. weniger)

 

Tabelle BSE und Spielbankenabgaben 2004 – 2013 in Mio. Franken

Gründe für den Rückgang

Die Rauchverbote und der starke Franken wirkten sich negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Sie erklären aber nicht den andauernden, stetigen Rückgang.

Einen stark negativen Einfluss haben neue Konkurrenzangebote, die viel weniger strengen Restriktionen als die Schweizer Casinos unterliegen, wie das Internet, Angebote aus dem grenznahen Ausland und illegale Clubs. Dadurch wandern immer mehr Kunden von Schweizer Casinos zu diesen Konkurrenzangeboten ab.

 

Internet: Das Internet stellt für die Schweizer Spielbanken eine wachsende Konkurrenz dar. In der Schweiz sind die ausländischen Online-Angebote frei zugänglich. Über das Internet fliesst ein Bruttospielertrag von mindestens CHF 100 Mio. pro Jahr ins Ausland ab.

 

Abfluss ins Ausland: In den letzten Jahren sind in Frankreich neue Casinos, in Süddeutschland eine grosse Anzahl Spielhallen und in Norditalien mehrere Tausend Geldspielautomaten zusätzlich entstanden. Von den Schweizer Casinos fliesst zu dieser direkten Konkurrenz pro Jahr geschätzt CHF 100 Mio. BSE ins Ausland ab.

 

Illegales Angebot: Organisierte Banden betreiben in wachsendem Umfang illegale Spielclub. Die Situation hat sich vor allem in den letzten Jahren verschärft. Der illegale Bruttospielertrag ist schwierig abschätzbar, er dürfte sich aber um die CHF 100 Mio. pro Jahr bewegen.

Für den Glücksspielmarkt in der Schweiz sind folgende Anbieter von Bedeutung:


Anbieter


Bruttospielertrag 2013


Entwicklung

Schweizer Spielbanken

746 Mio.CHF

sinkend

Swisslos und Loterie Romande

912 Mio.CHF

stagnierend

Internet aus Ausland

100 Mio.CHF

steigend

Grenznahes Ausland

100 Mio.CHF

steigend

Illegale Clubs

150 Mio.CHF

steigend

 

Tabelle:Glücksspielmarkt Schweiz: Bruttospielertrag 2007–2013 in Mio. Franken